Was hat „Prometheus“ 2012 die Gemüter gespalten. Ridley Scott kehrte endlich ins Alien-Franchise zurück und die Mehrheit erwartete den neuen Messias des Sci-Fi-Kinos. Wir bekamen am Ende einen interessanten aber höchst durchwachsenen Film. Mit „Covenant“ will Scott zu alter Stärke zurückfinden.

10 Jahre ist es her, dass Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und ihre Crew verschwunden sind, als ein Kolonialistenschiff ganz in der Nähe ein Signal auffängt. Mitsamt Besatzung beschließt Captain Oram (Billy Cudrup) dem Siognal nachzugehen. Ob das eine gute Idee war?

Um der Geheimniskrämerei um „Alien: Covenant“ keinen Abbruch zu tun, werde ich mal nicht mehr zur Handlung erzählen. Nur so viel zur Warnung: Wer bei „Covenant“ ernsthafte Antworten auf die offenen Fragen des Erstlings erwartet, der kann sich die Kinokarte gleich sparen. Aber das ist nicht das größte Problem.
Ich dachte bereits bei „Prometheus“, dass die Handlungen mancher Charaktere komplett willkürlich und äußerst seltsam geraten sind, bis ich „Covenant“ sah. Bereits der erste Dialog des Films ist derart zum Fremdschämen, dass ich es kaum glauben konnte. Scott hat Bock auf die großen Themen wie Schöpfung und künstliche Intelligenz, ohne dabei jedoch Feingefühl für gute Drehbuchautoren oder Pacing zu beweisen. Über weite Strecken ist „Covenant“ ein überaus seltsamer Mischmasch aus „Alien“ und „Aliens“, der einfach nicht so recht funktionieren möchte.
Das größte Problem dürften wohl die überaus vergessenswerten Charaktere sein. Katherine Waterston als Ripley 2.0 ist derart uninteressant, dass man über weite Strecken des Films fast vergisst, dass sie der Protagonist sein soll. Große Teile der Crew bekommen rudimentäre Eigenschaften auf den Leib geschrieben, die über die gesamte Laufzeit ihr einziges Merkmal bleiben. Danny McBride liebt seine Frau, Billy Cudrup ist gläubig und der Rest? Den hab’ ich vergessen. Einzige Ausnahme bleibt Michael Fassbender, der in einer Doppelrolle auf Biegen und Brechen versucht den Film vor dem sicheren Untergang zu retten.

Michael fassbender als david in prometheus
Der einzige Lichtblick in Alien: Covenant – Michael Fassbender

„Prometheus“ hat mit all’ seinen Schwächen versucht frischen Wind in das Alien-Franchise zu bringen und scheiterte auf hohem Niveau. „Covenant“ ist nichts weiter als eine müde Kapitulation vor der Fangemeinde. Eine Kapitulation die sich keinen Dreck um Originalität schert, die die guten Ideen von „Prometheus“ in einem Sturm aus mäßig glaubwürdigem CGI und überbordender Brutalität verwirft. Übrig bleiben die mies geschriebenen Charaktere und die wohl dümmsten Kolonialisten der Filmgeschichte. Und verdammt, normal geht mir Logik am Arsch vorbei.

„Alien: Covenant“ ist schlicht eine riesige Enttäuschung. Er ist weder gruselig noch interessant oder bringt das Franchise in irgendeiner Weise weiter. Der Film ist nichts weiter als eine fabelhaft in Szene gesetzte Nummernrevue, die es zu keinem Zeitpunkt schafft das Niveau der ersten Alien-Filme zu erreichen. Die Dialoge sind unterste Schublade, das Alien ist zu keinem Zeitpunkt gruselig und wir bekommen Antworten zu Fragen, die wir nicht gestellt haben. So sieht es also aus, wenn ein Regisseur ernsthafte Angst vor der Fangemeinde bekommt. Schade um Fassbender, der hier erneut brilliert und schade um Jed Kurzel, der mal wieder einen tollen Soundtrack liefert.

„We don’t know what the fuck’s out there.“

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Felix schreibt so gut wie wöchentlich eine Filmkritik und stellt sie für Enterverse zur Verfügung. Wenn ihr Vorschläge habt, welche Filme er noch kritisieren soll, schreibt in die Kommentare oder in seine Facebook Gruppe ;)

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