Battlefield Hardline wurde zur E3 2014 von Electronic Arts und Visceral Games angekündigt und ist das erste Spiel des Franchises, welches neue Wege geht. Direkt nach der Bekanntgabe des Titels im Jahr 2014 konnten sich Interessierte und Fans des Shooters auf das Schlachtfeld begeben und im Herzen von Los Angeles gegeneinander antreten.
Die erste Betaphase startete wenige Minuten nach der Präsentation des Spiels, wodurch es zu einer hohen Serverauslastung kam.

Schon vor dem Event kamen Informationen zu dem Titel an die Öffentlichkeit, dass es sich um ein komplett anderes Setting handeln würde. Es wurde spekuliert, dass Battlefield Hardline von dem für die Serie typischen Militärszenario abweichen solle und dass es um den Kampf zwischen Gesetzeshütern und Kriminellen gehen würde. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Wahrheit handeln sollte.

Nach der ersten Beta kamen kritische Stimmen auf, die behaupteten, dass das Spiel eher einem zum Vollpreis angebotenen Add-On gleichen würde und dass sich der Kauf nicht lohnen würde. Begründet wurde dies dadurch, dass der Titel auf derselben Engine wie der Vorgänger basiert und außer neuen Waffen und Karten wenig Innovatives bieten würde. Die zweite Betaphase beruhigte die Gemüter der Spieler, da sich diese eigenständiger anfühlte. Neben den neuen Gadgets wurden hier mehrere Maps vorgestellt und das maximale Level konnte erreicht werden. Insgesamt wurden drei Karten zur Verfügung gestellt und drei Modi angeboten.

Wir haben für euch das Spiel auf Herz und Nieren getestet und werden euch im folgenden Review verraten, wie uns Battlefield Hardline gefallen hat. Ob es sich lediglich um einen überteuerten Download Content handelt oder ob sich der Kauf wirklich lohnt, erfahrt ihr in den weiterführenden Abschnitten.

Umfang und Gameplay

Battlefield Hardline ist sehr umfangreich ausgefallen und besitzt neben dem Multiplayer auch eine Singleplayer-Kampagne.

Singleplayer:

Der Einzelspieler ist in 10 Episoden gegliedert, wobei jeder einzelne Abschnitt etwa 45 Minuten in Anspruch nimmt. Je nach Schwierigkeitsgrad solltet ihr also 8 bis 10 Stunden Spielzeit einplanen, wenn ihr als Einstieg den Einzelspieler-Modus komplettieren möchtet.

Battlefield Hardline Kampagne
Hier müsst ihr ein Lagerhaus nach Beweisen scannen.

Die Aufmachung erinnert an eine Folge von CSI Miami oder Criminal Minds. Ihr verkörpert Nick Mendoza, einen Polizisten, der für das Drogendezernat arbeitet. Zu Beginn der Geschichte bekommt ihr eine neue Kollegin zugewiesen. Diese heißt Khai Minh Dao. Als Team müsst ihr anschließend gegen ein Drogenkartell vorgehen und die Drahtzieher und Schlüsselpersonen dieses Netzwerkes ausfindig machen. Die Hauptcharaktere erinnern an bekannte Schauspieler aus den oben genannten Serien. So stand Nicholas Rodriguez Pate für Nick Mendoza und Kelly Hu charakterisiert Khai Minh Dao. Nebencharaktere werden ebenfalls von realen Schauspielern wie Alexandra Daddario und Benito Martinez gespielt. Die Protagonisten sehen ihren echten Vorbildern sehr ähnlich und sind gut getroffen.

 

Die Story ist spannend und bietet wie in den meisten Shootern eine überraschende Wende. Geschichtlich orientiert sich Battlefield Hardline an den oben genannten TV-Serien und ist ähnlich actionreich. Seid ihr ein Fan von CSI Miami, so solltet ihr den Singleplayer auf jeden Fall durchspielen. Zudem werdet ihr mit Battlepacks belohnt. Battlepacks enthalten Ausrüstungsgegenstände, beispielsweise Waffenaufsätze, Boosts oder Embleme sowie Skins zum Verschönern eurer Schießeisen.

Die Kampagne bietet zudem einige Neuerungen. Das Spiel wird zwar als Shooter betitelt, jedoch ist eine wilde Schießerei mit den Gangstern nicht immer der richtige beziehungsweise sinnvollste Weg. Ihr seid in der Lage, mit dem Scanner die Personen und Gefahrenstellen sichtbar zu machen und zu markieren. Habt ihr das erledigt, so könnt ihr euch um die Gegner herumschleichen und einzeln ausschalten. Zudem könnt ihr mit G auf eurer Tastatur eure Polizeimarke zücken und die Gesetzeslosen werden ihre Waffen so lange nicht gegen euch verwenden, bis ein Timer abgelaufen ist und sich der Balken komplett rot gefärbt hat. Lautloses Vorgehen wird mit mehr Punkten belohnt als eine radikale, gewaltsame Vorgehensweise. Wie ihr die verschiedenen Kapitel letztlich angeht, ist aber wie immer euch überlassen.

Dass sich die Gegner beim Zeigen der Marke kampflos ergeben, ist allerdings etwas hanebüchen. Die schwächelnde KI ist ebenfalls ein kleiner Kritikpunkt, denn die Kriminellen sind nicht die schlausten Gegner, die es je in einem Videospiel gab. Dafür wurde der Einzelspieler gut gestaltet und in Szene gesetzt. Optisch ist dieser über alle Maßen erhaben.

Multiplayer:

Wie schon im Vorgänger ist der Multiplayer das Kernstück des Titels. Dieser Modus besticht durch mehrere auswählbare Klassen, Waffen, Gadgets, Karten und Spielmodi. Zudem wurde die Freischaltung der Waffen und der Gadgets grundlegend überarbeitet. Alles in allem bietet der Mehrspieler-Modus einen großen Umfang.

Die Klassen:

Hl9Es gibt insgesamt vier unterschiedliche Klassen, wobei sich diese im Gegensatz zum Vorgänger durch den Namen unterscheiden. Der Sturmsoldat heißt nun Operator, der Scharfschütze ist nun als Profi betitelt, der Ingenieur wird nun als Mechaniker umschrieben und der Versorger ist nun der Enforcer.

  • Operator

Spielt ihr als Operator, so habt ihr Zugriff auf Sturmgewehre wie das M16A3 oder die M416. Ebenfalls könnt ihr eure Teamkameraden wiederbeleben und euch selbst mithilfe einer Spritze zurück ins Leben rufen. Die Waffen sind sehr stark und auch auf weiteren Distanzen akkurat. Sucht ihr nach einer Allrounder-Klasse, so ist der Sturmsoldat alias Operator genau die richtige Wahl für euch.

  • Profi

Mit dem Profi könnt ihr über weitere Entfernungen eure Gegner eliminieren, da ihr Zugriff auf Scharfschützengewehre habt. Diese sind sehr genau und oftmals mit einem Schuss tödlich. Ihr könnt Laserminen nutzen, die explodieren, wenn jemand in die Nähe der kleinen Helfer kommt. Diese können jedoch vom Gegner entfernt werden.

  • Mechaniker

Als Mechaniker könnt ihr auf Maschinenpistolen wie die MP5K zugreifen und Fahrzeuge reparieren oder sabotieren. Letzteres ist gerade beim „Hotwire“-Modus sehr nützlich.

  • Enforcer

Als Enforcer unterstützt und versorgt ihr euer Team mit Munition. Ihr habt Zugriff auf Schrottflinten und Kampfgewehre wie die Scar-H. Diese Waffen besitzen zwar eine langsame Feuerrate, sind dafür aber sehr genau und durchschlagskräftig.

Insgesamt gibt es neun Karten in Battlefield Hardline, die in ihrer Größe, ihrer Vegetation und ihrem Setting variieren. Die Karte „Bank Job“ ist beispielsweise mittelgroß und spielt im Herzen der Stadt, „Staubwüste“ hingegen ist deutlich größer und erinnert an eine Wüstenstadt, die irgendwo im Nirgendwo liegt. Neben diesen Maps gibt es noch sieben weitere Karten, die allesamt hübsch gestaltet wurden und logisch aufgebaut sind.

Hl7Euch stehen acht Spielmodi zur Verfügung. Mit an Bord sind natürlich die Battlefield-typischen Modi „Eroberung groß“, „Eroberung klein“ und „Team Deathmatch“. Daneben gibt es noch „Blood Money“, „Hotwire“, „Überfall“, „Rettung“ und „Fadenkreuz“. Mit den beiden letzten genannten Modi versuchen die Macher des Spiels, den eSports-Bereich zu erobern und zu erweitern. In „Rettung“ treten jeweils fünf Kriminelle gegen fünf Polizisten an. Die Gesetzeslosen versuchen, die Polizisten auszuschalten und die Rettung der Geiseln zu verhindern. Die Gesetzeshüter hingegen müssen die Geiseln befreien und die Kriminellen töten. In „Fadenkreuz“ muss ein VIP beschützt werden und die sichere Zone erreichen. Er ist lediglich mit einer starken Pistole ausgestattet und kann nicht auf Sturmgewehre oder andere Waffen zurückgreifen. „Hotwire“ ist ein sehr spaßiger Modus. Hier fungieren die Fahrzeuge als Flaggenpunkte und müssen in Bewegung gesetzt werden. Je länger eine Seite die Autos in Bewegung hält, desto mehr Tickets verliert der Gegner. Zu dem Fuhrpark gehören nicht nur normale Wagen, sondern auch Motorräder und ein Tanklaster. Seid ihr ein sehr guter Stratege, so könnte „Überfall“ der richtige Modus für euch sein. Hier müssen zwei Geldpakete verteidigt beziehungsweise zum Abholort gebracht werden. Die Angreifer besitzen eine bestimmte Anzahl an Tickets, die Verteidiger können unendlich oft spawnen. In „Blood Money“ müsst ihr den Tresor eures eigenen Teams mit Geld befüllen. Die Seite, die zuerst die benötigte Anzahl an Barem zusammen bekommt, gewinnt das Match.

Hardline WaffenDie Mechanik der Waffen in Battlefield Hardline ist grundlegend anders als in den Vorgängern. Vor allem die Sturmgewehre besitzen weniger Rückstoß, wodurch sich diese einfacher kontrollieren lassen. LMGs oder Panzerfäuste müsst ihr auf der Karte finden oder ihr erwerbt diese per Perk. Ein weiterer Punkt, der anzusprechen ist, ist die Freischaltung der Waffen, der Gadgets und des sonstigen Zubehörs. In den früheren Ablegern musstet ihr bestimmte Level erreichen oder Aufträge abschließen, um Gegenstände zu erwerben. In Battlefield Hardline könnt ihr euch die Ausrüstung mit Geld kaufen, welches ihr euch in den Matches verdient. Durch Kills, Flaggeneroberungen und weiteren Aktionen bekommt ihr Bares. Damit hat ein Element Einzug erhalten, das schon aus Spielen wie Counter Strike bekannt ist. Diese Neuerung ist sinnvoll und sorgt für mehr Spannung und Abwechslung.

Negativ ist die Balance der Schießeisen. Das ein oder andere Sturmgewehr ist im Gegensatz zu den anderen Waffen zu stark, aber dieses Problem wird mit folgenden Updates sicher verschwinden. Auch eine K10 sollte angepasst werden.

Grafik

Hardline BankJob InsideGrafisch überzeugt der neue Ableger der Battlefield-Reihe durch scharfe Texturen, große und wunderschöne Landschaften und einem sehr knackigen Gesamtbild. Wie schon bei Battlefield 4 hat die Frostbite 3-Engine Verwendung gefunden, wodurch die Grafik ähnlich gut und hübsch ausgefallen ist. Die Landschaften und Umgebungen sehen realistisch aus und entfalten auf der höchsten Grafikeinstellung eine wahre Pracht auf eurem Bildschirm. Auch die Mimik der Protagonisten wurde gut umgesetzt.

Sound

Der Sound des Spiels ist ebenfalls gut gelungen. Seid ihr einmal auf dem Schlachtfeld, so knallt und kracht es überall. Die Waffengeräusche sind realistisch und die Fahrzeuge hören sich gut an. Ihr werdet denken, dass ihr tatsächlich auf dem Schlachtfeld seid, wenn beispielsweise ein Helikopter über euch schwebt. Die Vertonung der Haupt- und Nebencharaktere wurde gut gelöst. Es muss erwähnt werden, dass die deutsche Sprachausgabe vorlag. Im Multiplayer fehlt es dem Spiel allerdings an stimmlicher Vielfalt. Die Kommandos hören sich alle ähnlich an, die Stimmlage variiert kaum. Insgesamt klingt das Spiel mit der englischen Sprachausgabe wesentlich besser und authentischer.

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