Anfang Dezember bringt Ubisoft mit Steep ein actionreiches Sportspiel auf den Markt, das vor allem Wintersport-Fans und daheimgebliebene Adrenalin-Junkies ansprechen soll. Wir haben uns das Snowboard unter die Füße geschnallt und mit dem Wingsuit in die tiefsten Abgründe gestürzt und sagen euch, wo der Bär in Steep steppt.

Die Open Beta von Steep ist heute angelaufen und läuft noch bis zum 21. November 2016

Gamer-Herzen schlagen bei den drei Buchstaben SSX höher, denn der Snowboard-Spaß gilt als Klassiker in der Szene. Immer und immer wieder hat man sich auf abenteuerlichen Bahnen in den Schnee geworfen und Rekorde um Rekorde aufgestellt. Allerdings liegen diese Tage weit zurück und der Platz für actionreichen Wintersport blieb lange unbesetzt. Nun versucht Entwickler Ubisoft im Dezember mit Steep auf den Thron zu klettern und packt dabei nicht nur das Snowboard aus, sondern auch noch die Ski, einen Gleitschirm und sogar einen Wingsuit. Ob das gut gehen kann?

Steep: Weite Weiten

Steep Map
Bevor ihr euch in den virtuellen Sport stürzen könnt, braucht es eine Einleitung. Das ist zwar nervig, aber auch notwendig um alle Funktionen des Spiels zu verstehen. Von den Basics wie der Steuerung, über Feinheiten wie das Finden von Hot-Spots oder den erstellen eigener Herausforderungen ist alles dabei. Dabei müsst ihr keine meterlangen Texte lesen, sondern bekommt alles von Bernd Vollbrecht, der Synchronstimme von Antonio Banderas und Dr. Cox, emotional erklärt. Erst danach kann man frei schalten und walten und die Welt von Steep erkunden. Und diese Welt ist groß – sehr groß! Mehrere Berggipfel stehen euch zur Verfügung, entweder seicht mit viel Schnee, oder aber steinig und steil. Für jede Sportart gibt es die perfekte Umgebung.

Steep: Fast so gut wie damals

STEEP_Preview_Sreenshot_Freeride_Multiplayer_Helicopter
Steep will kein neues SSX sein – und das ist auch gut so. Der Titel gibt euch die Möglichkeit das zu spielen, was euch am meisten zusagt. Ihr wollt über eine gefährliche Klippe oder ein verschneites Dorf fahren und dabei Tricks mit dem Snowboard machen? Kein Problem. Lieber ein Rennen gegen virtuelle Gegner auf Ski? Aber klar. Mit dem Wingsuit durch gefährliche Abgründe sausen und für Nahtod-Erlebnisse belohnt werden. Auch das ist möglich. Wenn euch die vorgefertigten Events nicht reichen, dann könnt ihr auch einfach selbst Herausforderungen anlegen. Seid ihr schon einmal im Wingsuit mit dem Kopf gegen die Kirchenglocke geknallt? Nein? Dann habt ihr wirklich etwas verpasst.
Auch nett ist die Möglichkeit, mit wildfremden Menschen zusammenzuspielen. Immerhin ist der Berg keine einsame Sache, sondern ein Tummelplatz für alle möglichen Adrenalin-Freaks. Wenn ihr an einem Event teilnehmt, dann dürft ihr auf Wunsch mit fremden Spielern zusammen wetteifern. Wer darauf keine Lust hat, der lässt es einfach.

Steep: Viel zu sehen

Steep Openworld
Ihr müsst aber nicht immer von einem Action-Kracher in den nächsten springen. Abseits der Piste dürft ihr die Umgebung erkunden und so vielleicht auf besondere Spots wie eine Eisschlucht oder eine Ruine treffen. Der Gleitschirm lässt euch hingegen entspannt die Welt aus der Luft entdecken, während sich unter euch Wälder und riesige Schneegebiete abwechseln. Netter Nebeneffekt: Die Musik passt sich eurer Geschwindigkeit an. Rast ihr wie ein Irrer durch eine Schlucht, dann dröhnt euch die Musik kräftig entgegen. Legt ihr euch anschließend bei einem Stunt ordentlich auf die Nase, dann gibt es seichte Klänge wie in einem Fahrstuhl der 90er Jahre.

Neben coolen Strecken und heißen Spots zählt für den Wintersportler natürlich das Aussehen. Das weiß man auch bei Ubisoft, weshalb es richtig viel Ausrüstung zu kaufen gibt. Vom Helm, über die Sonnenbrille, dem Rucksack, passenden Schuhen und Handschuhen bis zu entsprechenden Boards, Wingsuits und Gleitschirmen – alles ist dabei. Selbstverständlich dürft ihr euch für jeden Sportbereich individuell einkleiden und sogar mit kleinen Gimmicks versehen. Gimmicks? Ja, denn welcher gute Snowboarder geht heute noch ohne seine GoPro auf die Piste? Eben! Allerdings ist das Product-Placement teilweise sehr krass und übertrieben, denn ich brauche nicht dauernd eine Marke vor meiner Nase, die mir sagt, wie toll sie in dieser Sparte vertreten ist.

Steep: Schnee – Schnee everywhere

Das Winter-Spektakel aus dem Hause Ubisoft ist ein Brett und hebt dieses besondere Genre auf eine neue Ebene. Allerdings bleiben ein paar Fragezeichen zurück, vor allem im Bezug auf die Langzeitmotivation. Bereits während unseres Ausfluges stellte sich schnell Monotonie und Langeweile ein, was an der ewig gleichen Welt und Umgebung liegt. Gab es bei SSX teilweise total verrückte Gebiete wie eine Innenstadt mit Neon-Beleuchtung, so ist man bei Steep immer am Berg „gefangen“. Auch die Events nutzen sich schnell ab. Wer zudem in jedem Wettbewerb die Gold-Medaille ergattern will, der darf sich auf ständige Musik-Wechsel und eine Dauerschleife an dummen Sprüchen einstellen, denn euer Alter Ego hat immer etwas zu seinem missglückten Versuch zu sagen. Schade, zumal man bei Ubisoft scheinbar mit dem virtuellen Versagen geplant hat, denn ihr könnt bequem mit einem Knopfdruck den Neustart einleiten. Ob Ubisoft mit Steep einen Neustart der Wintersport-Gaming-Szene einläutet, bleibt allerdings abzuwarten.

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Chefredakteur eures Vertrauens. Studierter Online-Journalist, Autor und derzeit Freelancer für diverse Gaming-Medien. What else? ¯\_(ツ)_/¯

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